Archiv für den Monat: Juni 2013

Die technische Grundausstattung für ein Mbuna-Aquarium

Aquarien werden inzwischen mit einem immer höheren technischen Aufwand betrieben. Kein Wunder, denn die gewachsenen Möglichkeiten bestimmen dabei natürlich auch die Nachfrage. Ohne Zweifel machen es diese technischen Möglichkeiten dem einen oder anderen Aquarianer leichter, sein Wunschaquarium zu betreiben. Für Anfänger ist es aber oft undurchsichtig, welche Technik ein Muss für ein Pseudotropheus-Aquarium ist.

Es reichen grundsätzlich 3 Bereiche:

  • Filterung
    Ein Außenfilter, der für die Aquariengröße etwas überdimensioniert ist, ist dich richtige Wahl für ein Aquarium mit Cichlidenbesatz. Für ein Einsteigeraquarium von ca. 300 Litern darf es gerne ein Modell sein, das der Hersteller für eine Aquariengröße von 500 bis 600 Litern empfielt. Auf diese Weise hat man sichergestellt, dass man einen Filter mit langer Standzeit, also wenig Aufwand für regelmäßige Reinigungsarbeiten hat.
  • Heizung
    Die Heizung des Aquariums kann über einen herkömmlichen Stabheizer erfolgen oder mit einer im Außenfilter integrierten Heizung. Beim Heizstab sollte ein Modell eines Markenherstellers gewählt werden, auf dem sich die Temperaturn in Grad und nicht nur in Stufen eingestellen läßt. Er sollte außerdem einen Überhitzungsschütz haben. Bodenheizungen sind mit Sand als Bodengrund weniger geeignet.
  • Beleuchtung
    Dabei sollte in Malawiaquarien generell der Grundsatz lauten: Weniger ist mehr. So auch in einem Becken, das speziell für Pseudotropheus eingerichtet wird. Bei gängiger Beleuchtung mit Röhren reicht eine einzelne völlig aus. Nimmt man eine moderne LED-Beleuchtung kann man mit nur sehr geringer Lichtleistung das Aquarium ausreichend beleuchten.

Das richtige Futter

Pseudotropheus-Arten sind gierige Fresser und deshalb läßt sich hier auch einiges falsch machen. Wichtig ist es, das Fressverhalten dieser Fels-Cichliden in ihrem natürlichen Biotop im Hinterkopf zu haben, wenn es an die richtige Auswahl des Speisenplans geht.

Was sollte man auf keinen Fall machen?

  • Auf keinen Fall sollten Pseudotropheus-Arten zu viel proteinlastiges Futter bekommen. Dies ist immer dann der Fall, wenn viel Lebend- oder Frostfutter gegen wird oder Trockenfutter, das auf die Bedürfnisse von carnivoren (fleischfressenden) Fischen abgestimmt ist.
  • Überfütterung ist ein oft zu beobachtendes Phänomen. Mbunas haben normal eine gerade, bzw. leicht „eingefallene“ Bauchlinie. Dies wird von Aquarianern oft als Unterernährung falsch interpretiert. Das soll so ein. Ganz im Gegenteil: Pseudotropheus-Arten mit dicken Bäuchen sind ein sicheres Zeichen für zu viel oder falsches Futterangebot.
  • Gefährlich sind Futtersticks, die erst langsam im Wasser aufquellen. Mit diesen fressen sich die Buntbarsche so schnell voll, dass die Sticks erst im Verdauungstrakt der Tiere vollständig aufquellen und diesen oft nachhaltig schädigen, was sogar zum Tod führen kann.

Wie füttert man die Mbunas richtig?

  • Hauptbestandteil sollte ein Flockenfutter auf pflanzlicher Basis sein. Es gibt beinahe von jedem Hersteller ein Futter mit einem hohen Spirulina-Anteil, das oft auch in der Bezeichnung den deutlichen Hinweis enthält, dass es auf Mbunas aus dem Malawisee abgestimmt ist.
  • Daneben sollen frisches, überbrühtes Gemüse gefüttert werden. Wichtig ist dabei, Futterreste möglichst schnell wieder aus dem Becken zu entfernen.
  • Gelegentlich dürfen auch Mbunas eine kleine Menge Artemien bekommen.
  • 1 bis 2 Tage in der Woche sollten Fastentage sein.
  • Es sollte niemals mehr gefüttert werden, als die Tiere innerhalb von max. 20 Sekunden fressen können.
  • Die Portionen sollten, wenn möglich, über den Tag verteilt gefüttert werden.

Wasserwerte für Pseudotropheus

Wenn man Pseudotropheus-Arten erfolgreich halten möchte, sollten auch die Wasserwerte in den von Fischen tolerierten Bereich sein. Dabei ist es eine oft gehörte Fehlannahme, dass es sich bei Mbunas um Hartwasserfische handeln würde.

Im Malawisee ist dagegen die Gesamthärte eher im unteren Bereich und wird vom deutschen Leitungswasser in vielen Regionen deutlich übertroffen. Die Cichliden sind in diesem Bereich sehr tolerant und können in Wasser mit einer GH zwischen 3° und 20° gehalten werden. Es empfiehlt sich aber darauf zu achten, in welchem Wasser die Fische gezogen, bzw. über einen längeren Zeitraum gehalten wurden, um Anpassungsprobleme möglichst gering zu halten.

Wichtigere Wasserwerter sind der PH und der KH. Der PH sollte möglichst stabil gehalten werden. Besser als Schwankungen sind dabei leichte Abweichungen vom Optimum. Der PH-Wert sollte zwischen 7,5 und 8,5 liegen. Damit er sich in dem Bereich stabil einpendelt, ist ein ausreichend hoher KH-Wert als Puffer anzuraten. Die Karbonathärte sollte zwischen 5° und 15° liegen und darf auch höher als die GH (Gesamthärte) sein.
Die Stabilität wird auch durch eine gute Bewegung der Wasseroberfläche erreicht, da auf diese Weise CO2 ausgetrieben wird. Die Anreicherung mit Sauerstoff ist ebenfalls ein sehr positiver Nebeneffekt.

Für Pseudotropheus-Arten ein Aquarium einrichten

Je nach den gepflegten Pseudotropheus-Arten kann die Wahl des passenden Aquariums und seine Größe stark variieren. Dabei ist nicht nur die Endgröße der jeweiligen Art ausschlaggebend, sondern auch das Revierverhalten. Deshalb kann es durchaus schwierig sein, Arten wie Pseudotropheus zebra rot / blau in einem Aquarium von 300 Liter zu halten, da diese auch gegenüber anderen Arten sehr aggressiv sind und deshalb eine Beckentiefe und -Höhe gewählt werden sollte, die von den Männchen nicht mehr verteidigt wird.

Eingerichtet wird das Aquarium mit einer Sandschicht von ca. 3 cm Höhe. Damit die Cichliden nach herzenslust buddeln können, sollte kein Kies oder Sand mit groben Bestandteilen gewählt werden.

Bei den Steinaufbauten ist es wichtig, dass sie so angeordnet werden, dass deutlich abgegrenzte Reviere entstehen und ausreichend Höhlen, damit sich Weibchen und unterdrückte Tiere verstecken können.

Die Steine sollten eine glatte Oberfläche haben, denn Pseudotropheus lieben es, den Algenaufwuchs abzuweiden, was auf porösen Oberflächen wie bei Lavagestein nicht möglich ist.

Als Rückwand kann eine handelsübliche Kunststoff-Modulrückwand verwendet werden. Eine Rückwandfolie ist aber auch ausreichend.

Eine Beflanzung ist schwierig, da viele Pflanzenarten nicht damit zurecht kommen, dass sie von den Mbunas wie die Steine abgweidet werden und auch das ständige Umgraben des Untergrundes macht es schwierig, dauerhaft Pflanzen im Aquarium zu haben.

Holz sollte nicht ins Aquarium, da es die Wasserwerte negativ beeinflussen kann.